{"id":1811,"date":"2023-12-04T08:26:17","date_gmt":"2023-12-04T07:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/bayern-chemie.com\/?p=1811"},"modified":"2024-08-31T10:57:33","modified_gmt":"2024-08-31T08:57:33","slug":"mission-completed-red-kite-testflug-ein-voller-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/mission-completed-red-kite-testflug-ein-voller-erfolg\/","title":{"rendered":"Mission Completed: Red Kite Testflug ein voller Erfolg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Mobile Raketenbasis (MORABA) des DLR Oberpfaffenhofen und die Bayern-Chemie haben am 13.11.2023 erfolgreich einen Testflug mit einer einstufigen H\u00f6henforschungsrakete im norwegischen And\u00f8ya durchgef\u00fchrt. Dabei wurde erstmals der von der Bayern-Chemie entwickelte Red Kite Feststoffraketenmotor eingesetzt.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bayern-chemie.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MBDA_Andenes_13.11.23_-13-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1816\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Start der Rakete erfolgte problemlos und der Red Kite Motor brannte nach ca. 12,7&nbsp;Sekunden aus. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Rakete bereits auf einer H\u00f6he von 10 Kilometern und erreichte eine Geschwindigkeit von 1430 m\/s, was einer Machzahl von 4,8 entspricht. Die weitere Aufstiegsbahn erfolgte antriebslos und die Rakete stieg bis zu einem Scheitelpunkt von \u00fcber 71 Kilometern H\u00f6he auf. Die nachfolgende Abstiegsphase war nach ca. 260 Sekunden Flugzeit beendet. Die Entfernung vom Startpunkt betrug 58,8 km.&nbsp;Der Red Kite Motor hat von Start bis Brennschluss erfolgreich funktioniert und die Rakete auf die gew\u00fcnschte Flugbahn gebracht. Damit ist der Raketenmotor flugqualifiziert, hat das TRL 9 erreicht und die Red Kite Motoren k\u00f6nnen&nbsp;in Serienproduktion gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dr. Wolfgang Rieck&nbsp;freute sich sehr \u00fcber den erfolgreichen Test: \u201eRespekt und Gratulation an das Projektteam rund um Markus Kuhn f\u00fcr diese Topleistung. Wir sind alle stolz auf den gemeinsamen Erfolg und freuen uns darauf, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem DLR in der Serienfertigung fortzusetzen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklungsphase des Red Kite Feststoff-Raketenmotors begann 2020 und wurde im September 2023 abgeschlossen. Dazu fanden finale Qualifikationsabbr\u00e4nde bei Esrange in Kiruna, Schweden statt. Die Abbr\u00e4nde umfassten zwei gleiche Motoren, die vorher einige Tage auf die Grenzen ihres sp\u00e4teren Einsatzspektrums temperiert worden waren. Diese liegen bei -20 \u00b0C und +50 \u00b0C, womit der Motor sowohl im harschen arktischen Klima als auch in der trocken hei\u00dfen Umgebung australischer oder amerikanischer Launch Ranges problemlos eingesetzt werden kann. F\u00fcr den Feststoff-Raketenmotor wurde daf\u00fcr ein neuer Treibstoff entwickelt, der den kundenseitigen Anforderungen gerecht wird. Dar\u00fcber hinaus war auch die Entwicklung der D\u00fcse eine herausfordernde Aufgabe, die erfolgreich gemeistert wurde. Weiterhin verwendet der Motor einen neuartigen Anz\u00fcnder, der mit einem sogenannten Safe and Ignition Device (SID) ausgestattet ist und einen deutlich sichereren Betrieb erm\u00f6glicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der komplett ITAR-freie Red Kite Motor hat einen Durchmesser von 559 Millimeter (22 inch), eine L\u00e4nge von ca. 3,5 Metern und wiegt ungef\u00e4hr 1200 Kilogramm. Er wurde prim\u00e4r f\u00fcr den Einsatz als Boosterstufe von mehrstufigen Forschungsraketen konzipiert, kann aber auch als Zweitstufe eingesetzt werden. Circa 900 Kilogramm Komposittreibstoff brennen innerhalb von ca. 12 Sekunden ab und liefern den f\u00fcr Forschungsraketen notwendigen, hohen Startschub von etwa 240 Kilonewton. Dies macht den Motor neben den \u00fcblichen Einsatzgebieten Atmosph\u00e4renforschung, Astronomie und Schwerelosigkeitsexperimenten auch f\u00fcr die Hyperschallforschung sehr interessant.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir freuen uns \u00fcber die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bayern-Chemie. Mit Red Kite steht der internationalen Forschungsgemeinschaft nun ein neuer, leistungsstarker Raketenmotor f\u00fcr H\u00f6henforschungsmissionen zur Verf\u00fcgung\u201c, sagt Dr. Anke Pagels-Kerp, DLR-Bereichsvorst\u00e4ndin Raumfahrt, anl\u00e4sslich des Erstflugs. \u201eWissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen \u2013 wie der Forschung unter Schwerelosigkeit, Atmosph\u00e4renphysik, \u00dcber- und Hyperschalltechnologien oder neuen Raumfahrttechnologien \u2013 haben jetzt verbesserte M\u00f6glichkeiten, H\u00f6henforschungsraketen als kosteng\u00fcnstige und flexible Forschungs- und Erprobungsplattform zu nutzen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das einstufige SOAR Raketensystem hat eine L\u00e4nge von fast 7 Meter und ein Gesamtgewicht von knapp 1.600 Kilogramm. Hauptaugenmerk der Mission liegt auf der Flugqualifizierung des Red Kite Motors. Als wissenschaftliche Nutzlast von SOAR (Single Stage Operational Assessment of Red Kite) diente das DLR-Flugexperiment APEX-TD (Airbreathing Propulsion Experiment &#8211; Technology Demonstrator), bei demTechnologien k\u00fcnftiger \u00dcberschallantriebssysteme untersucht werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl beim Auf- als auch Abstieg konnten str\u00f6mungsmechanische Kenngr\u00f6\u00dfen im Einlauf- und Brennkammerbereich eines luftatmenden Scramjets gemessen werden. Durch diese Flugmessdaten wird eine Validierung entsprechender Simulationen und Experimente in Bodentestanlagen m\u00f6glich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Thomas Haslinger, Markus Kuhn BC)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bayern-chemie.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MBDA_Andenes_13.11.23_-9-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1814\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mobile Raketenbasis (MORABA) des DLR Oberpfaffenhofen und die Bayern-Chemie haben am 13.11.2023 erfolgreich einen Testflug mit einer einstufigen H\u00f6henforschungsrakete im norwegischen And\u00f8ya durchgef\u00fchrt. Dabei wurde erstmals der von der Bayern-Chemie entwickelte Red Kite Feststoffraketenmotor eingesetzt.&nbsp; Der Start der Rakete erfolgte problemlos und der Red Kite Motor brannte nach ca. 12,7&nbsp;Sekunden aus. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Rakete bereits&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1818,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,26],"tags":[25,23,24],"class_list":["post-1811","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-raumfahrt","category-red-kite","tag-bayern-chemie","tag-raketenmotor","tag-red-kite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1811","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1811"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1811\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1892,"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1811\/revisions\/1892"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1811"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1811"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bayern-chemie.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1811"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}